Wassermelonenturmalin



retina

Bei jedem neuen Arzneimittel stellt sich die Frage nach der Essenz dessen, was wir in der HAMSE erarbeitet haben. Was sind die zentralen Themen, die sich ergeben haben?

Wesentlich für das Verständnis ist die Fallbeschreibung I der Kollegin: ‚Wie eine Kugel, die mich mit unglaublicher Schwere und Sog nach unten zieht' ‚Tiefe der Erde.' ‚Tiefe und Schwere, tiefer kann ich nicht gehen.' ‚Gefühl, dass mich die Kugel durch die Matratze runterzieht.' Dieser Prozess ist das „Channeln" des Mittels, das wir in den vergangenen Jahren bei einigen Patienten erleben durften.

Die Stein-Energie war deutlich spürbar: Das Tempo wurde verlangsamt, es entstand Schwere, nichts ging weiter. Es war als ob alle Information versackte. Der Grund dafür waren Mutlosigkeit, Verunsicherung und auch Entscheidungsschwierigkeiten. Immer wieder zogen sich die Probanden zurück und es gab ständig Verzögerungen. Symptome wie ‚Beim Sommerrodeln Panik bekommen und sehr langsam gefahren' ‚Angst vor Geschwindigkeit' ‚will seine Ruhe haben' zeigen Bilder der Verlangsamung des Lebensablaufes bis hin zu ‚Trägheit der Zunge, schwere Aussprache'.

Die energetischen Prozesse wechselten, vom langsamem Aufbau und dann Abbau der Kraft, wie beschrieben in ‚Vom Leben auf der Überholspur' ‚ mein Leben rennt mir davon' ‚die ganze Hektik; unter Zeitdruck' ‚Übermaß an Energie' über ‚Schwäche, keine Energie' bis hin zu ‚Starrheit, Unbeweglichkeit' ‚Zerschlagen, wie ausgepeitscht' ‚Zittern'. In diesem Stillstand, der Stase in allen Bereichen, sowohl geistig, seelisch als auch körperlich zog die Außenwelt vorbei, sie zog zu schnell vorbei. Es bestand kein Bedürfnis bzw. sogar das Unvermögen in die täglichen Lebensprozesse einzugreifen, alles war ‚schwer, zäh und bleiern' ‚Denken und Handeln wurden anstrengend'. Das Gefühl, ‚in dieser Welt fehl am Platz zu sein und keiner Anforderung mehr gerecht zu werden' mit ‚großer Traurigkeit' darüber, trat ein. ‚Möchte nur noch hier sitzen und nichts mehr tun müssen' ‚Ich kann nicht mehr' ‚Alles läuft auf dem letzten Tröpfchen Reserve und dann geht nichts mehr.'

Gleichzeitig kam das Edle des Steines: 'Ich bin wertvoll und kann mich zeigen' zum Vorschein. Was sich auch erklärt in dem ‚inneren Lächeln', das sowohl bei der HAMSE als auch in den Fällen III und IV thematisiert wurde. Es wurde als das ‚unergründliche Lächeln der Mona Lisa' bezeichnet. Und auch Erkenntnisschritte wie ‚Abwehren und Abwerfen von äußeren Einflüssen und Belastungen, damit sich innen um einen Wesenskern herum etwas konzentrieren kann‘.

Wichtig war auch die Akribie, die vorherrschte: durch die unendliche Suche nach der Ordnung wurde das Chaos oftmals eher größer als kleiner. Und die Folge davon war ‚Angst, Unsicherheit, Orientierungslosigkeit bis hin zu Panik' was auch in den Träumen erschien: ‚Situation ist bedrohlich' ‚Ich schaffe es nicht mehr' ‚schwer und schwer beweglich' ‚ mühselig; mir viel zu langsam' etc.
In vielen Situationen der Prüfer zeigten sich ‚tiefe Wunden, die aufgedeckt wurden' und ‚Schlüssel zu dunklen Räumen mit eingesperrten und verleugneten Ungeheuern' wurden gefunden. Die Träume handelten von ‚Verborgenem' von ‚fremden Landschaften' und ‚fremden Mächten' und  hinterließen das Gefühl von ‚Aufruhr, Aufgewühlt Sein, als ob etwas aus tiefen Schichten meines Daseins nach oben will‘.

Das Thema Wasser spielte eine wichtige Rolle sowohl in den Träumen ‚viel Wasser' ‚schiebende Wassermassen' ‚Wasser vor dem Überlauf' ‚knietiefes Wasser' als auch in körperlichen Beschwerden ‚Sehen wie in Wasser schauend' ‚Gefühl, als wäre Wasser im Ohr'

Das wohl vorherrschende körperliche Thema war Kopfschmerz bzw. Migräne. Fast alle Prüfer hatten damit zu tun, auch diejenigen, die niemals in ihrem Leben mit Migräne reagiert haben. Die Migräne war vor allem rechtsseitig mit den verschiedensten Modalitäten (siehe Kapitel Kopfschmerz), vor allem ‚schmerzhafter Druck von innen; mit Besserung durch Druck von außen'.  Der Kopfschmerz war begleitet von Müdigkeit und Hypotonie mit der Empfindung von ‚ich sehe alt aus'.

Das Phänomen von ‚Kugel' erschien auch in ‚kugeligen' Absonderungen aus der Nase; ‚Klumpen bzw. Kugel' im Hals; einer ‚Kugel', die stecken geblieben war, mal auf der ‚Höhe des Kehlkopfes', mal ‚vor dem Mageneingang'; der Bauch wölbt sich als ‚Kugel' hervor und am Zeigefinger ‚kleiner Knubbel wie kleine harte Kugel'. Auch in Patientengeschichte II  erscheint eine ‚Bowlingkugel'. Oder auch - anders ausgedrückt - im Darm das ‚Gefühl von kleinen Murmeln' oder ‚eitrig aussehende Klumpen von Schleim' oder ‚Verhärtungen'.

Viele ‚Hautausschläge' ‚Eiterungen' ‚Nagelgeschwüre' ‚Abszesse, die nicht aufgingen' traten auf und hielten lange an. Sie wurden als ‚Einschränkung' erlebt und lösten ‚heftigen Widerstand' aus. Vor allem, wenn diese Hautausschläge ‚sichtbar' wurden, wie z.B. im Gesicht. Denn dabei entstand das Gefühl ‚möchte mich verstecken'.

Verstopfung war auf verschiedensten Ebenen ein wichtiges Thema, nämlich der ‚Mangel an Fluss im gesamten Organismus'; von vielfach ‚Nase verstopft' ‚Ohr verstopft', bis hin zu ‚schwerfälligem Stuhl' ‚Aufgebläht sein'. Alles verbunden mit ‚brennender Trockenheit der Haut und Schleimhaut' ‚Wundheit' und ‚viel Übelkeit'. Hinzu kommt ‚verminderte Libido' ‚Amenorrhoe' (= gestoppter Fluss) und ‚Haarausfall im Schamhaarbereich'.

Es traten wie auch bei meiner Prüfung von Lapislazuli[1] viele ‚Herzsymptome auf mit Beklemmung und Engegefühl in der Brust' aber auch ‚am Hals'. Bei Patientin IV wird die Enge als ‚eingekreist sein' bezeichnet.

‚Verspannungen der Rückenmuskulatur' vom Nacken über die Lumbalregion bis hin zu ‚Ischiasbeschwerden' und interessant dabei war wieder ‚Besserung durch starken Druck'. Es tauchte bei einigen Prüfern der Eindruck auf, an einer ‚Schilddrüsen-Erkrankung, z.B. Hashimoto' erkrankt zu sein. Aber es gab auch geheilte Symptome, zum Beispiel wurden bei zwei Prüfern ‚langjährige Rückenbeschwerden' gebessert.

[1]Schadde, A., Lapislazuli, Eine homöopathische Studie, Verlag Müller & Steinicke München, 2002




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